Ein Abo auf Autos – Das neue Zukunftsmodell?

Die ersten Versuche auf dem Autoabo-Markt starteten große Automobilhersteller wie Volvo, BMW oder Porsche. Seit einiger Zeit drängen jedoch auch markenunabhängige Unternehmen auf dem Markt und sorgen für ordentlich frischen Wind. Das große Business rund um die monatlichen Fixpreise hat begonnen.

Volvo
Care by Volvo ist eines der neuen Auto-Abo-Modelle. Bild: Volvo

Das noch junge Start-Up aus München namens Cluno wirbt derzeit vielversprechend: „Dein neues Auto ist Cluno – monatlicher Fixpreis & alles drin, außer kompliziert“. Seit nicht mal zwei Jahren kann man mittels Cluno Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller mittels einem Abo buchen. Geschäftsbasis ist hierfür eine deutschlandweite Kooperation mit Autohändlern und -herstellern. „Wir waren sehr früh überzeugt, dass Auto-Abos neben Leasing, Finanzierung und Kauf eine wesentliche Säule der Zukunft sein werden. Cluno richtet sich an alle Menschen, die ein Auto haben wollen, ohne es zu besitzen“, betont Cluno-CEO und Mitbegründer Nico Poletti.

Das Netflix für Autos

Das Prinzip ist einfach. Es ist mit einem Angebot von Spotify oder Netflix zu vergleichen. Ohne viel Aufwand anmelden und loslegen – und das ganze zu einem monatlichen Fixbetrag, ganz ohne versteckte Kosten. Jedoch muss zunächst eine einmalige Startgebühr bezahlt werden, bevor man ein bestimmtes Fahrzeug abonnieren kann. Erst dann kann das gewünschte Fahrzeugmodell für mindestens 6 Monate gebucht werden (zu einem monatlichen Fixbetrag).

All in One Paket?

Die Frage nach den Versicherungskosten sowie andere anfallenden Steuern und Gebühren kann ganz einfach beantwortet werden. All diese Kosten sind mit der monatlichen Fixgebühr abgedeckt. Auch notwendige Wartungsreparaturen oder Räderwechsel sind im Angebot enthalten. Hinzu kommt noch das Benzin welches entsprechend noch bezahlt werden muss. Cluno stellt zudem 1250 Freikilometer pro Monat zur Verfügung. Erst danach müssten noch pro Kilometer eine Gebühr von 0,20€ in Kauf genommen werden. Nachdem die Mindestlaufzeit von 6 Monaten vorbei ist, kann ein Wechsel des Fahrzeugs vorgenommen werden. Im Sommer ein Cabriolet und im Winter einen Kombi. Man kann das Autoabo aber auch danach ganz einfach kündigen.

Autoabo Anbieter Cluno wird digital

Cluno verspricht in naher Zukunft noch viel mehr. „In wenigen Wochen werden Cluno-Kunden von der Registrierung über die Buchung, Bonitäts- und Identitätsprüfung alles in der App abwickeln können“, verspricht Geschäftsführer Nico Poletti.

Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass sich das neue Geschäftsmodell des Autoabos vor allem an die junge und sehr technikaffine Generation richte. Grundvoraussetzung für ein Autoabo bei Cluno ist ein Mindestalter von 25 Jahren. Ebenso muss dir Kunde mindestens 3 Jahre im Besitz des Führerscheins ein. Deutschland sei mit Sicherheit kein einfacher Markt, sagt Geschäftsführer Nico Poletti. „Aufgrund der Größe oder Innovationsstärke aber auch ein wahnsinnig spannender“, fügt der jedoch CEO an.

Ein weiterer neuer Anbieter auf dem Autoabo-Markt ist like2drive aus Köln. Das Angebot von like2drive ist ein Neuwagen-Abo, welches auf einer Laufzeit von 12 Monaten basiert. Auch hier sind neben der Versicherung, auch die Steuern und Kosten für Zulassung, Wartung oder Reparaturkosten für einen monatlichen Fixpreis mitinbegriffen. Die Abholung des gebuchten Autos ist bei like2drive kostenfrei.

Like2drive vs. Cluno

Eine entsprechende Auslieferung ist gegen eine einmalige Gebühr möglich. Genau wie bei Cluno können sich die Kunden bei like2drive aus einem breiten Angebot von Fahrzeugtypen und -modellen entscheiden. Kleinwagen, Kombi oder SUV. Nur die Anzahl der namhaften Fahrzeughersteller kann nicht mit dem des Wettbewerbers Cluno mithalten. Das ist jedoch nicht der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Autoabos. Der durchzulaufende Buchungsvorgang ist bei like2drive derzeit noch deutlich analoger. Sämtliche Buchungsanfragen und nötige Beratungen werden zwar auch online durchgeführt – die auszufüllenden Vertragsformulare kommen jedoch nach wie vor auf dem Postweg zu den Interessenten.

Autoabo „Care by Volvo“ von Anfang an dabei

Neben den zwei noch jungen Start-Ups like2drive und Cluno gibt es jeodch auch einige große Player auf dem Autoabo-Markt. Volvo war bzw. ist einer der ersten Autohersteller, die das Abomodell umsetzen. „Care by Volvo“ nennt sich der Abodienst des schwedischen Fahrzeugherstellers, der seit Herbst 2017 nutzbar ist. Derzeit können die Modelle XC40 und V60 gegen eine monatliche Fixgebühr gebucht werden (Stand 11/2018). Ähnlich zu Verträgen im Mobilfunkbereich erhalten die Kunden in 24 Monatsrhythmus ein neues Volvo-Modell. „Während Kunden Flatrates und All-Inclusive-Abos für unterschiedlichste Dienstleistungen bereits gewohnt sind, ist der Autokauf bislang noch recht kompliziert“, erläutert Volvo-Geschäftsführer Samuelsson.

Auch Porsche & BMW experimentieren mit dem Modell des Autoabos. Dies ist derzeit jedoch nur Kunden aus den USA möglich (Porsche testet z.B. in der US-Metropole Atlanta).

Es bleibt abzuwarten ob sich das Modell mit den Autoabos auch auf den deutschen Markt durchsetzt und für den Massenmarkt tauglich ist. Einerseits testen die großen Automarken Ihre Abomodelle örtlich begrenzt (siehe Porsche), die jedoch eher für ein sehr zahlungskräftiges Klientel bestimmt sind. Die Anbieter Cluno und like2drive zielen eher auf die breite Masse ab.

 

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